Zurück zur News-Liste

Uni­ver­si­tät Pa­der­born prä­sen­tiert ver­netz­te und nach­hal­ti­ge For­schung auf der Han­no­ver Mes­se 2024

Digitale und vernetzte Systeme für ökologisch nachhaltige und zukunftsfähige Mobilitätslösungen im Verkehrssektor – auf der Hannover Messe 2024 stellen Forschende der Universität Paderborn vom 22. bis 26. April u. a. Technologien und Konzepte für nachhaltige Entwicklungen vor, die zur Verbesserung von Prozessen im Personenverkehr und in der Logistik beitragen. Nachdem mit der „NeMo“-Initiative und dem Projekt „DiSerHub“ in den vergangenen Jahren der Fokus auf Innovationen in der Automobilbranche lag, steht mit dem Projekt „FastGate“ diesmal die Digitalisierung und Optimierung auf dem Flughafen-Rollfeld im Mittelpunkt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden intelligente Energiesysteme und 5G-Technologie, die der SICP – Software Innovation Campus Paderborn in verschiedenen Projekten vorstellt. Im Fokus steht dabei die Frage: Wie kann komplexe Technologie verstehbar gemacht werden?

Projekt „FastGate“: Autonomie auf dem Flughafen-Vorfeld

Die internationale Luftfahrt steht vor großen Herausforderungen hinsichtlich der Erfüllung der Pariser Klimaschutzziele. Das Ziel des Forschungsvorhabens „FastGate“ ist eine Reduktion der Standzeit, der Betriebskosten sowie der CO2- und Lärmemissionen durch den Einsatz von alternativen Antrieben zum elektrischen Rollen von Flugzeugen und der Automatisierung von Abläufen auf dem Flughafenvorfeld am konkreten Beispiel einer Fluggastbrücke. Um das Flughafenvorfeld zu erfassen werden robuste sensorische Ansätze entwickelt, die als Grundlage für die Erstellung einer hochauflösenden Karte dienen, mit der die autonome Navigation und weitere Dienste möglich werden. In einem digitalen Zwilling des Flughafenvorfelds werden die relevanten Informationen zusammengeführt und für die automatisierte Fluggastbrücke und verschiedene Nutzer wie beispielsweise das Bodenpersonal zugänglich gemacht. Um einen effizienten Umgang mit dem automatisierten System sicherzustellen, werden außerdem eine VR-Trainingsumgebung entwickelt und Technologieakzeptanz-Aspekte untersucht.

Projektvielfalt an Gemeinschaftsständen

Nicht nur die Forschung ist interdisziplinär vernetzt, auch verschiedene Kooperationen und Standkonzepte zeigen die Vielfalt an innovativen Ansätzen aus der Region. Neben weiteren Aussteller*innen aus Ostwestfalen-Lippe ist die Universität Paderborn auf der Bildungsfläche des OWL-Gemeinschaftsstands sowie auf dem Stand des Landes NRW und auf dem Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vertreten.

Paderborner Forscher*innen stellen am OWL-Gemeinschaftsstand das Projekt „5G Lernorte OWL“ vor, das die Möglichkeiten der 5G-Technologie für die berufliche Bildung erforscht und konkrete Lernszenarien für die Ausbildung entwickelt. Vor allem gewerblich-technische und kaufmännische Berufe, wie z. B.  Werkzeugmechaniker*innen oder Industriekaufleute, stehen im Fokus des Projekts. Auf der Start-up-Area des OWL-Gemeinschaftsstands präsentiert sich zudem mit der garage33 das Gründungszentrum der Universität Paderborn mit seinen erfolgreichen Start-ups.

Am BMWK-Stand wird im Rahmen der Gaia-X Projektfamilie das Projekt „NeMo.bil“ ausgestellt, in dem ein Mobilitätssystem aus kooperierenden Fahrzeugen für eine neue Form des nachhaltigen und bedarfsgerechten Personen- und Gütertransports im ländlichen Raum entwickelt wird. Dazu wird ein neuer systemischer Ansatz verfolgt, der z. B. die Schwärme automatisierter kleiner Leichtbau-Fahrzeuge, die für den Einsatz der ersten und letzten Meilen konzipiert sind, für längere Strecken zu einem Konvoi vereint und so Ressourcen spart.

Am NRW-Gemeinschaftsstand ist der SICP – Software Innovation Campus Paderborn mit drei Forschungsprojekten rund um intelligente Energiesysteme vertreten: Präsentiert werden die Projekte „AProSys“ (KI-gestützte Assistenz- und Prognosesysteme für den nachhaltigen Einsatz in der intelligenten Verteilnetztechnik), „ESN4NW“ (Energieoptimierte Supercomputer-Netzwerke durch die Nutzung von Windenergie) und „DC2HEAT“ (Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren), die sich mit nachhaltigen digitalen Infrastrukturen, künstlicher Intelligenz und Wechselwirkungen in komplexen Energiesystemen beschäftigen. Neben technischen Aspekten steht in diesem Jahr vor allem die Wissensvermittlung und Verständnisbildung im Fokus: Wie können komplexe Technologien und die interdisziplinäre Forschung verbessert und verständlich vermittelt werden? Und wie kann mehr Aufmerksamkeit auf wichtige Querschnittsthemen wie Technologieakzeptanz, Didaktik der Informatik und Mensch-Maschine-Interaktion gelenkt werden? Neben vielen weiteren Herausforderungen der Digitalität beschäftigt sich der SICP auch mit dieser Aufgabe.

Innovative Technologien wie Augmented und Virtual Reality ermöglichen es den Besucher*innen der Hannover Messe, komplexe Anlagen zu erkunden und ihre Funktionsweise zu verstehen. Mit digitalen Nachbauten, der Darstellung gewünschter Wechselwirkungen und Miniaturausgaben aus dem 3D-Drucker können sie erkunden, wie in einer Windkraftanlage ein Rechenzentrum integriert wird und wie das Funktionsprinzip der Entwärmung umgesetzt werden soll. So können die Besucher*innen nicht nur Informationen über die Forschungsprojekte aufnehmen, sondern erhalten einen tieferen Einblick und ein besseres Verständnis der oft komplexen Themen.

Weitere Informationen gibt es auf der Messeseite. Interessierte können über die Universität Paderborn zudem ein kostenloses Fachbesucherticket (Code 2024) auf der Webseite der Hannover Messe buchen. 

Kontakt