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Software Innovation
Campus Paderborn
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Forschungs- und Innovationscampus Zukunftsmeile 2; Foto: Matern Architekten Bildinformationen anzeigen

Forschungs- und Innovationscampus Zukunftsmeile 2; Foto: Matern Architekten

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SICP-Symposium 2021 & 2022 | Digitale Plattformen & Sustainable Innovation

Das dritte SICP-Symposium, das Ende November 2021 in einem Online-Format statt gefunden hat, stand unter dem Leitthema Digitale Plattformen. Das SICP-Symposium verfolgt das Ziel, aktuelle Themen und Entwicklungen im SICP und in seinem Kontext vorzustellen und über diese zu informieren. Teilnehmende aus Industrie und Wissenschaft konnten sich anhand von Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und Workshops zu aktuellen Forschungsthemen und Innovationen informieren, sich untereinander über diese auszutauschen und vernetzen.

„Digitale Plattformen sind ein aktuelles Thema und ermöglichen es Unternehmen, neue Märkte zu erschließen und neue Geschäftsmodelle umzusetzen mit dem Ziel, Daten zu bündeln, Informationen zu sammeln, Services anzubieten und ein effizientes Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage zu gewährleisten. Hier gibt es zahlreiche unterschiedliche Lösungsansätze, wie Unternehmen die Potentiale digitaler Plattformen erschließen können. Damit beschäftigen wir uns auch in den Projekten des SICP und greifen dieses Themenfeld nun innerhalb des Symposiums auf, um Ihnen einen Einblick in die Forschung und Praxis mit Expertinnen und Experten aus diesem Bereich geben zu können“, so Dr. Stefan Sauer, Geschäftsführer des SICP.

Nach der Begrüßung und Einleitung durch Dr. Sauer folgte ein Grußwort von Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn. Dann übernahm Dr. Jens Knodel, Head of Platform Engineering bei der CARUSO GmbH, für seinen Keynote-Vortrag mit dem Titel „Erfahrungen aus fünf Jahren der Plattformentwicklung“. Die Themen, die Dr. Knodel dabei ansprach, wurden direkt im Anschluss in einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von Christoph Plass, Sprecher des SICP-Steuerkreises und Vorstand der UNITY AG mit den Teilnehmenden Tanja Maaß (Resolto Informatik GmbH), Dr. Yvonne Groening (myconsult GmbH), Dr. Simon Oberthür (SICP – Software Innovation Campus Paderborn) sowie Dr. Jens Knodel aufgegriffen und diskutiert.

Erfahrungen aus fünf Jahren der Plattformentwicklung

Beleuchtet wurden innerhalb des Keynote-Vortrages die Herausforderungen und Erfahrungen der CARUSO-Plattform, welche Telematik-Daten vernetzter Fahrzeuge liefert. „CARUSO ist der neutrale, offene und sichere Marktplatz für die Daten aus dem vernetzten Fahrzeug. Wir ermöglichen unseren Partnern, sich voll auf ihre eigenen innovativen Mobilitätslösungen zu konzentrieren, ohne sich um die technischen Details der einzelnen Fahrzeughersteller kümmern zu müssen, indem wir die Daten herstellerunabhängig über eine Schnittstelle bereitstellen. Wir sind damit einer der führenden Plattformen für Fahrzeugdaten in Europa“, erläutert Dr. Jens Knodel. Die Entwicklung dieser Plattform war dabei jedoch nicht immer einfach: „Seit nun fünf Jahren wird die Plattform von uns entwickelt und betrieben und aus diesen fünf Jahren konnten wir einige Lessons Learned mitnehmen“, so Dr. Knodel.

Zehn Lessons Learned aus fünf Jahren Plattformentwicklung

Diese Lessons Learned hat Dr. Knodel aufbereitet und zehn davon vorgestellt. Angefangen mit der technischen „(Car) Data is not the ‚new‘ Oil“. Hier stellt er fest, dass bei Fahrzeugdaten eine große Heterogenität in den Daten der unterschiedlichen Fahrzeughersteller vorherrscht und es dadurch schwierig ist, diese zu vereinen. „Was ich hier mitgeben möchte ist, dass man offen sein muss für diese Fehlerkultur, offen für kontinuierliches Improvement und dass man versuchen muss, ein agiles Mindset zu etablieren“, so Dr. Knodel.

Fokussiert an einem Thema bleiben und daran zu arbeiten, war eine weitere wichtige Lesson Learned von Dr. Knodel: „Man muss an den eigenen Case glauben, auch wenn die äußeren Umstände gegen einen sind. Wir wären produktiver gewesen, wenn wir direkt unseren Fokus gehabt hätten und nicht geschaut hätten, was wir noch alles hätten leisten könnten.“ Mit den vielen Lessons Learned im Hinterkopf sieht Dr. Knodel positiv in die Zukunft und sagt: „Was ich Ihnen mitgeben möchte und kann: Wenn Sie die Chance haben, im Plattform-Business zu arbeiten, haben Sie auf jeden Fall technisch, kommerziell, rechtlich und auch organisatorisch gesehen ein sehr interessantes Umfeld mit interessanten Herausforderungen, die zeigen, dass man als Unternehmen und Organisation wichtige Wachstumsschritte nacheinander machen muss.“

Digital Mindset etablieren

Innerhalb der Podiumsdiskussion wurde das Themenfeld um Digitale Plattformen durch Expert*innen auf technologischer- als auch auf soziotechnischer-Ebene breit beleuchtet und diskutiert. Die Diskussion wurde dabei in gewohnt kompetenter Manier von Christoph Plass moderiert und die Themen und Aspekte, die Dr. Knodel zuvor bereits angesprochen hat, wurden aufgegriffen und innerhalb der Diskussion aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt und ergänzt.

Dr. Groening, Geschäftsführerin der myconsult GmbH, griff unter anderem den Punkt Digital Mindset auf und fügte hinzu: „Ich glaube wir haben noch sehr viel vor uns, wenn es um Digital Mindset geht. Denn das Thema Digital Mindset brauche ich nicht nur bei denen, die an den digitalen Plattformen arbeiten, sondern ich brauche es auch bei dem Nutzer und bei denjenigen, bei denen ich diese Geschäftsmodelle etablieren will. Hier geht es grundsätzlich also auch um das Thema Umgang mit digitalen Medien.“ Der Schlüssel dazu lege dabei in den drei Dimensionen Können, Dürfen, Wollen, welche in jedem Unternehmen ungleich gewichtet seien. Auf diese Dimensionen muss laut Dr. Groening ein intensiverer Blick geworfen werden, um die digitale Transformation in Organisationen hineinzubringen.

Hieran angeschlossen ging es im weiteren Verlauf der Podiumsdiskussion unter anderem um Arbeitsängste von Mitarbeiter*innen und den Umgang in Unternehmen mit der digitalen Transformation, aber auch um das gemeinschaftliche Zusammenarbeiten am Standort Ostwestfalen-Lippe. „Unterschiedliche Akteure mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen, die gemeinsam auf eine Forschungsfrage gucken. Ich glaube das ist das Spannende, das wir hier am Standort auch durch den SICP bieten können“, so Dr. Groening. Ergänzend dazu Dr. Simon Oberthür, R&D Manager Digital Security im SICP: „Ja, ich glaube das ist ein ganz wichtiger Punkt, dieses Zusammen. Nicht nur das Aufnehmen, denn dann enden wir oft am kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern das Zusammenbringen, um die Mindsets in diesen unterschiedlichen Domänen aufzubrechen und dadurch neue Wege gehen zu können.“

Abschließend bat Plass um die Einschätzungen bezüglich Deutschlands/Europas Chancen, das Thema Digitale Plattformen zu vertiefen und letztendlich eine Führungsposition einzunehmen. Dazu Dr. Tanja Maaß: „Ja, ganz klar kann das noch funktionieren, wir sehen auch bei den großen Unternehmen das Momentum. Hier aber unbedingt die Einladung an die KMU: Mehr Entscheidungskraft, mehr Mut und Kooperation und ich glaube dann kann das auch flächendeckend gelingen.“

Interaktive Workshops

Den zweiten Teil des Symposiums bildeten unter der Leitung von Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn und einiger SICP-Mitgliedsunternehmen drei parallel laufende Workshops zu den Themen Process Mining in Industrieunternehmen, GAIA-X sowie Mensch und Maschine in der Arbeitswelt. Innerhalb der Workshops war das gemeinsame Ziel, Herausforderungen, aber auch Chancen und Handlungsbedarfe in den Themenbereichen zu identifizieren und diese in einer abschließenden Arbeits- und Diskussionsphase festzuhalten.

Einladung SICP-Symposium 2022

Nach den letzten zwei Durchführungen im Online-Format lädt der SICP am 02. Juni zum 4. SICP- Symposium in die Zukunftsmeile 2 ein. Unter dem Leitthema „Sustainable Innovation“ können Interessierte an der Veranstaltung teilnehmen und mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle Innovationstrends diskutieren, sich informieren und vernetzen.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten; die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und die Anmeldung folgen hier in Kürze.

Kontakt

Kerstin Sellerberg

Kerstin Sellerberg, M.A.

Software Innovation Campus Paderborn (SICP)

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Zur Person
Stefan Sauer

Dr. Stefan Sauer

Software Innovation Campus Paderborn (SICP)

Geschäftsführer Software Innovation Lab, Kompetenzbereichsmanager Software Engineering

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