„AI-Ena­b­led Com­pa­ny 2030“: Zu­rück in die Zu­kunft beim SICP Sym­po­si­um der Uni­ver­si­tät Pa­der­born

Wie Unternehmen den Weg zur „menschenzentrierten agentischen Organisation“ gestalten

Am Dienstag, 13. Oktober, wagen die Teilnehmenden des SICP Symposiums der Universität Paderborn einen Blick in die Zukunft –und zurück: Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis diskutieren, welche technologischen, organisatorischen und kulturellen Entscheidungen Unternehmen heute treffen müssen. Wie sieht ein Unternehmen 2030 aus, wenn künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr nur einzelne Aufgaben unterstützt, sondern tief in Geschäftsprozesse, Entscheidungsstrukturen und Geschäftsmodelle integriert ist? Dieser Frage widmet sich das SICP Symposium unter dem Leitthema „AI-Enabled Company 2030“ in der Zukunftsmeile 2 in Paderborn. Interessierte können sich auf der Veranstaltungswebseite näher informieren und anmelden: go.upb.de/sicp-symposium2026

Man stelle sich vor: Wir schreiben das Jahr 2030. Menschen arbeiten mit KI-Agenten zusammen, die eigenständig Aufgaben übernehmen, Prozesse koordinieren und Entscheidungen vorbereiten sowie in vernetzten Daten- und Wertschöpfungsökosystemen agieren. So ist eine neue Unternehmensform entstanden: die „menschenzentrierte agentische Organisation“, in der autonome Agenten den wesentlichen Teil der betrieblichen Wertschöpfungskette mitgestalten und dabei menschliche Urteilskraft, Verantwortung, Kreativität und Gestaltungsspielräume gezielt ergänzen und stärken. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht diese neu geschaffene Organisationsform. Die Teilnehmenden nehmen bewusst die Perspektive des Jahres 2030 ein, um auf die entscheidenden Jahre der Transformation zurückzublicken. Die zentrale Frage lautet: Was müssten Unternehmen jetzt entscheiden und umsetzen, um 2030 erfolgreich mit und durch KI zu arbeiten?

Von den ersten „GenAI“-Anwendungen zur „AI-Enabled Company“

Der Weg zur „AI-Enabled Company“ ist weit mehr als eine technologische Transformation. Unternehmen müssen ihre Organisationen weiterentwickeln, neue Kompetenzen aufbauen, bestehende Fähigkeiten bewahren und zugleich ihre Prozesse, Datenlandschaften und Entscheidungsstrukturen neu denken. Das Symposium betrachtet deshalb die Transformation aus unterschiedlichen Perspektiven: Wie lassen sich agentische Anwendungssysteme leistungsfähig und sicher entwickeln? Wie können Effizienzgewinne neue Freiräume für Innovation und Wertschöpfung schaffen? Welche Veränderungen braucht das Software Engineering? Wie verändern sich Data Analytics und unternehmerische Entscheidungsprozesse? Und welche Governance-Strukturen schaffen Orientierung, ohne Innovation unnötig zu begrenzen? Dabei geht es auch um eine kritische Rückschau: Welche Versprechen der KI haben sich als tragfähig erwiesen – und welche als Sackgassen, Fehleinschätzungen oder neue Abhängigkeiten?

Menschen und Organisation im Mittelpunkt

Die erste Session widmet sich der Organisationsperspektive. Unter dem Titel „Unternehmen transformieren & Menschen qualifizieren“ geht es um die Frage, wie Unternehmen ihre Organisationen und Mitarbeitenden für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt befähigen können. Mit Dr. Clara Lüders, Analytics Consultant bei der OPTANO GmbH, und Dr. Miriam Sasse, Lead Consultant bei der S&N Invent GmbH, bringen zwei Expertinnen Perspektiven aus der Unternehmenspraxis in die Diskussion ein. Im Mittelpunkt stehen dabei u. a. organisatorischer Wandel, Qualifizierung und die Frage, wie sich menschliche Fähigkeiten und agentische Systeme sinnvoll ergänzen lassen. Eine anschließende Podiumsdiskussion führt die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis zusammen.

Agentische KI vom Experiment in die Breite bringen

Die zweite Session richtet den Blick auf die technologische Perspektive. Unter dem Titel „Einsatz (agentischer) KI im Unternehmen skalieren“ steht die Frage im Mittelpunkt, wie aus ersten KI-Anwendungen robuste und skalierbare Lösungen für den Unternehmenseinsatz werden. Mit Prof. Dr. Axel-Cyrille Ngonga Ngomo, Professor für Data Science an der Universität Paderborn, und Dr. Xenija Neufeld, AI Lead bei der Accso – Accelerated Solutions GmbH, sind Expert*innen aus der Forschung und technologischen Entwicklung beteiligt. Sie beleuchten u. a. die technischen Grundlagen und Herausforderungen, die mit dem Einsatz autonomer und agentischer KI-Systeme verbunden sind. Damit verbindet das Symposium technologische Fragen mit der praktischen Perspektive: Welche Architekturen, Entwicklungsansätze und Rahmenbedingungen benötigen Unternehmen, um KI nicht nur zu pilotieren, sondern dauerhaft in ihre Kernprozesse zu integrieren?

Barcamps: Gemeinsam an konkreten Fragestellungen arbeiten

Ergänzend zu den Sessions bieten Barcamp-Formate Raum für vertiefende Diskussionen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Unternehmen und weiteren Akteur*innen des digitalen Ökosystems. Geplant sind u. a. Sessions zu den Themen „Systematische KI-Kompetenzentwicklung“, „Zukunft des Software Engineering“, „Kulturtransformation im Unternehmen“ und „AI & Data Analytics als Unternehmenstreiber“.

Zukunftsbild statt Technologie-Hype

Das SICP Symposium versteht sich dabei nicht als reine Technologiekonferenz. Im Zentrum steht die Frage, wie Unternehmen KI so gestalten können, dass technologische Möglichkeiten, wirtschaftliche Wertschöpfung und menschliche Fähigkeiten zusammenwirken. „AI-Enabled Company 2030“ verbindet deshalb Zukunftsszenarien und praktische Orientierung: Ausgehend von einem fiktiven Blick zurück auf die Transformation seit 2026 sollen konkrete Erkenntnisse und Handlungsfelder sichtbar werden, die Unternehmen bereits heute beschäftigen sollten.

Kontakt

business-card image

Prof. Dr. Stefan Sauer

Software Innovation Campus Paderborn (SICP)

Geschäftsführer Software Innovation Lab, Senior Researcher

E-Mail schreiben +49 5251 60-6820